Die drei­jäh­ri­ge Berufs­aus­bil­dung ist sehr anspruchs­voll. Wie der Beruf selbst. Im Prin­zip ist man heu­te als Bestat­ter ein „Event­ma­na­ger mit trau­ri­gen Gäs­ten“. Dar­um ist ein guter Real­schul­ab­schluss schon von Vor­teil. Die Berufs­schu­len in Deutsch­land befin­den sich in Wer­mels­kir­chen, Sprin­ge und Bad Kis­sin­gen. Die über­be­trieb­li­che Aus­bil­dung fin­det für alle zen­tral im Bun­des­aus­bil­dungs­zen­trum in Mün­ner­stadt statt. Ange­glie­dert ist Euro­pas ein­zi­ger Lehr­fried­hof. Dort herr­schen exzel­len­te Bedin­gun­gen vor, um das theo­re­ti­sche Wis­sen zu ver­tie­fen und prak­tisch zu üben. Erfah­re­ne Bestat­ter ste­hen als Dozen­ten zur Ver­fü­gung. Die Bestattungsinstitut Gotha GmbH bil­de­te bis­her 10 Jugend­li­che in die­sem Beruf aus.

Ein anspruchs­vol­ler Beruf mit Zukunftsorientierung!

Im Fol­gen­den wer­den die wesent­lichs­ten Punk­te der berufs­schu­li­schen Aus­bil­dung erläutert.

Was ist der Rahmenlehrplan?

Die Gestal­tung des berufs­schu­li­schen Unter­richts unter­liegt der Kul­tur­ho­heit der Bun­des­län­der, die für jeden Aus­bil­dungs­be­ruf einen Lehr­plan für den berufs­be­zo­ge­nen Unter­richt erstel­len. Seit einem Jahr­zehnt wer­den jedoch für immer mehr Aus­bil­dungs­be­ru­fe Rah­men­lehr­plä­ne – abge­kürzt RLP – nach den Vor­ga­ben der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz erstellt.

Auch der RLP für die „Bestat­tungs­fach­kraft“ wur­de auf die­ser obers­ten Ent­schei­dungs­ebe­ne erstellt. Er dient somit einer geord­ne­ten und bun­des­weit ein­heit­li­chen Aus­bil­dung und ergänzt die neue Aus­bil­dungs­ord­nung. Den RLP für die Bestat­tungs­fach­kraft erstell­te eine acht­köp­fi­ge Kom­mis­si­on mit Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen aus Baden-Wür­t­­te­m­­berg, Bay­ern, Hes­sen, Nie­der­sach­sen, Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len, Sach­sen und Sachsen-Anhalt.

Hand­lungs­ori­en­tie­rung als Grundprinzip

Im Mit­tel­punkt bei der Gestal­tung eines RLP steht die Ver­mitt­lung von „beruf­li­cher Hand­lungs­kom­pe­tenz“ als bil­dungs­po­li­ti­sche Leit­li­nie. Die­ses umfas­sen­de Ziel soll in der Berufs­aus­bil­dung durch die Bear­bei­tung kom­ple­xer beruf­li­cher Auf­ga­ben­stel­lun­gen erreicht wer­den. Im RLP wird die­se Hand­lungs­ori­en­tie­rung durch das „Lern­­feld-Kon­­zept“ verwirklicht.

Der RLP besteht im Prin­zip aus einer bestimm­ten Anzahl von Lern­fel­dern, die in der Sum­me die berufs­be­zo­ge­nen Aus­bil­dungs­in­hal­te der Bestat­tungs­fach­kraft dar­stel­len. Fest­ge­legt ist ein zeit­li­cher Rah­men für die berufs­be­zo­gen Inhal­te von 280 Unter­richts­stun­den pro Ausbildungsjahr.

Die RLP-Kom­­mis­­si­on hat die Tätig­kei­ten, die für die Anfor­de­run­gen in einem Bestat­tungs­un­ter­neh­men typisch sind, im Rah­men eines ein­wö­chi­gen, vom BDB ver­an­stal­te­ten Semi­nars in Mün­ner­stadt zusam­men­ge­stellt. Die Tätig­kei­ten wur­den nach Hand­lungs­fel­dern struk­tu­riert, die die Basis für die berufs­be­zo­ge­nen Lern­fel­der und die didak­ti­schen Grund­la­gen eines RLP darstellen.

Außer­dem wur­den Lern­zie­le und ergän­zen­de Lern­in­hal­te fest­ge­legt, eben­so wie die erfor­der­li­chen Unter­richts­stun­den pro Schul­jahr. In Abstim­mung mit der Aus­bil­dungs­ord­nung wur­den die Lern­fel­der auf die drei Jah­re der Berufs­aus­bil­dung ver­teilt. Berück­sich­tigt wur­den die Inhal­te sowie der Zeit­punkt der Zwi­­schen- bzw. Abschlussprüfung.

Selbst­ver­ständ­nis des Berufsbildes

„Sei­ne beson­de­re Prä­gung erhält der Beruf dadurch, dass er ein hohes Maß an Ver­ant­wor­tung für Men­schen – Ver­stor­be­ne und Hin­ter­blie­be­ne – ver­langt.“ – so eine zen­tra­le Aus­sa­ge in den berufs­be­zo­ge­nen Vor­be­mer­kun­gen des Lehrplans.

Neben fach­li­chen Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten aus dem kauf­­män­­nisch-ver­­­wal­­ten­­den sowie hand­werk­li­chen Bereich ver­langt der Beruf wesent­li­che Rechts­kennt­nis­se. Ins­ge­samt erscheint der Beruf mit sei­nen viel­fäl­ti­gen Anfor­de­run­gen – die von regio­na­len Bräu­chen eben­so wie von reli­giö­sen, ethi­schen und ästhe­ti­schen Emp­fin­dun­gen abhän­gen – als sehr anspruchs­voll und in Teil­be­rei­chen belas­tend. Dar­auf nimmt die zeit­li­che Anord­nung der Lern­fel­der Rücksicht.

Lern­fel­der – die fach­li­che Basis

Zwölf Lern­fel­der regeln im RLP für die Bestat­tungs­fach­kraft die fach­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen. Die Lern­fel­der sind auf drei Aus­bil­dungs­jah­re ver­teilt und umfas­sen zwi­schen 40 und 80 Unter­richts­stun­den pro Schuljahr.

Der Aus­bil­dungs­be­trieb steht zu Beginn der drei­jäh­ri­gen Aus­bil­dung im Zen­trum des Unter­richts. Der Aus­zu­bil­den­de soll den Betrieb erkun­den und des­sen Struk­tu­ren dar­stel­len. Dazu gehö­ren die typi­schen Dienst­leis­tun­gen im Bestat­tungs­ge­wer­be sowie Mate­­ri­al- und Waren­kennt­nis­se. Ein wei­te­rer fach­li­cher Schwer­punkt ist der Fried­hof als Aus­bil­dungs­ort. Ergänzt wird das ers­te Aus­bil­dungs­jahr durch die Erfas­sung der Geschäfts­pro­zes­se unter kauf­­män­­nisch-buch­hal­­te­­ri­­schen Aspekten.

Im zwei­ten Aus­bil­dungs­jahr liegt der Schwer­punkt bei der Pla­nung und Aus­rich­tung von Bestat­tun­gen sowie Trau­er­fei­ern. Hier erfolgt die Aus­ein­an­der­set­zung mit den ver­schie­de­nen Bestat­tungs­ar­ten, den Rechts­grund­la­gen und den orga­ni­sa­to­ri­schen Abläu­fen. Aus­führ­lich wird auf die Beson­der­hei­ten des Bestat­tungs­ver­tra­ges ein­ge­gan­gen – vom Abschluss bis zur Leis­tungs­ab­rech­nung. Die inten­si­ven berufs­be­zo­ge­nen Zie­le und Inhal­te wer­den ergänzt durch die markt­ori­en­tier­te Aus­rich­tung als zukunfts­ori­en­tier­tes Bestat­tungs­un­ter­neh­men und die adäqua­te Präsentation.

Im letz­ten Aus­bil­dungs­jahr ste­hen der Ver­stor­be­ne und die Hin­ter­blie­be­nen im Mit­tel­punkt der berufs­schu­li­schen Aus­bil­dung. Erst hier wer­den die ver­schie­de­nen Tätig­kei­ten im Umgang mit dem Ver­stor­be­nen ver­mit­telt, da Erfah­rung und Rei­fe die Aus­zu­bil­den­den in die Lage ver­set­zen, die teil­wei­se belas­ten­den Emp­fin­dun­gen zu ver­ar­bei­ten. Glei­ches gilt für den Umgang mit den Hin­ter­blie­be­nen, denn hier soll die Bestat­tungs­fach­kraft beson­de­re per­sön­li­che Qua­li­tä­ten ent­wi­ckeln und situa­ti­ons­ge­recht anwen­den. In die­sem Umfeld ist auch das Lern­feld zu per­so­nal­wirt­schaft­li­chen Auf­ga­ben ange­sie­delt. Kom­plet­tiert wird das letz­te Aus­bil­dungs­jahr durch ein kauf­män­nisch ori­en­tier­tes Lern­feld, in dem der Aus­zu­bil­den­de Kos­ten­be­wusst­sein ent­wi­ckeln soll.

Umset­zung in der Berufsschule

Die Ein­rich­tung von Fach­klas­sen an den Berufs­schu­len fällt in den Zustän­dig­keits­be­reich der jewei­li­gen Län­der. Je nach Zahl der gemel­de­ten Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­se wer­den die Bun­des­län­der ent­schei­den, ob sie eige­ne Fach­klas­sen bil­den oder mit ande­ren Bun­des­län­dern einen gemein­sa­men Stand­ort auswählen.

Auf­grund des grö­ße­ren Ein­zugs­be­rei­ches in den Berufs­schu­len wird vor­aus­sicht­lich Block­un­ter­richt als Unter­richts­form gewählt. Dies bedeu­tet, dass die Unter­richts­wo­chen pro Schul­jahr – cir­ca 11 bis 12 Wochen – in Blö­cken von zwei bis drei zusam­men­hän­gen­den Wochen auf­ge­teilt wer­den. Pro Unter­richts­wo­che ste­hen durch­schnitt­lich 38 – 40 Stun­den zur Verfügung.

Auf­grund des Bil­dungs­auf­tra­ges der Berufs­schu­le erhält der Aus­zu­bil­den­de auch Unter­richt in den all­ge­mein­bil­den­den Fächern Deutsch, Politik/Sozialkunde, Reli­gi­ons­leh­re und Sport. Als Fremd­spra­che ist berufs­be­zo­ge­nes Eng­lisch mit 40 Unter­richts­stun­den vor­ge­se­hen. Die Lern­fel­der bestim­men die Inhal­te des berufs­be­zo­ge­nen Unter­richts. Die Lehr­kraft ist hier in beson­de­rem Maße gefor­dert, denn aus den Lern­ziel­for­mu­lie­run­gen und den ergän­zen­den Inhal­ten müs­sen Lern­si­tua­tio­nen gestal­tet werden.

Für die ange­hen­de Bestat­tungs­fach­kraft bedeu­tet der Block­un­ter­richt in vie­len Fäl­len eine lan­ge Schul­wo­che mit aus­wär­ti­ger Unter­brin­gung. Die Berufs­schu­len bzw. Kos­ten­trä­ger haben gera­de bei Min­der­jäh­ri­gen eine gewis­se Auf­sichts­pflicht und küm­mern sich des­halb in der Regel um eine geeig­ne­te Unter­kunft mit Ver­pfle­gung. Die Kos­ten­er­stat­tung durch das jewei­li­ge Bun­des­land für Fahr­ten, Unter­kunft und Ver­pfle­gung rich­tet sich nach den Lan­des­ge­set­zen. Die Betrie­be haben kei­ne finan­zi­el­len Verpflichtungen.

Fazit:

Mit den Lern­zie­len und ‑inhal­ten des Rah­men­lehr­plans für die Bestat­tungs­fach­kraft ist eine inten­si­ve berufs­be­zo­ge­ne Aus­bil­dung in der Berufs­schu­le garan­tiert. Die Aus­bil­dungs­be­trie­be kön­nen ihrer­seits zu einem gelun­ge­nen Ein­stieg bei­tra­gen, indem sie sich mit ihrem Fach­wis­sen den Berufs­schu­len und den Lehr­kräf­ten, die in den Fach­klas­sen ein­ge­setzt sind, als Koope­ra­ti­ons­part­ner öff­nen. Vor­erst soll­ten die Betrie­be nur drei­jäh­ri­ge Aus­bil­dungs­ver­trä­ge abschlie­ßen, damit in Bezug auf die Aus­bil­dung und die Prü­fun­gen Erfah­run­gen gesam­melt wer­den kön­nen. Auch die Bun­des­län­der kön­nen zu einer qua­li­fi­zier­ten Aus­bil­dung bei­tra­gen, indem sie sich auf weni­ge Stand­or­te in der Bun­des­re­pu­blik eini­gen, damit sich an den aus­ge­wähl­ten Berufs­schu­len Fach­leu­te her­aus­bil­den kön­nen, die die Beson­der­hei­ten des Bestat­tungs­ge­wer­bes mit allen Facet­ten erfas­sen und vermitteln.


Aus­bil­dungs­pro­fil

1. Berufs­be­zeich­nung
Bestattungsfachkraft

2. Aus­bil­dungs­dau­er
3 Jahre
Die Aus­bil­dung fin­det an den Lern­or­ten Betrieb und Berufs­schu­le statt.

3. Arbeits­ge­biet
Bestat­tungs­fach­kräf­te arbei­ten in Bestat­tungs­un­ter­neh­men sowie in Fried­hofs­ver­wal­tun­gen, bei letz­te­ren in ers­ter Linie auf den ent­spre­chen­den Friedhöfen.

4. Beruf­li­che Qualifikationen
Bestattungsfachkräfte

  • beach­ten ein­schlä­gi­ge Rechts­vor­schrif­ten, Nor­men und Sicher­heits­be­stim­mun­gen sowie Riten und Gebräuche,
  • arbei­ten selbst­stän­dig und im Team, stim­men ihre Arbei­ten mit den übri­gen betrieb­li­chen und außer­be­trieb­li­chen Betei­lig­ten ab,
  • arbei­ten kun­den­ori­en­tiert und nut­zen moder­ne Infor­­ma­­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­ni­ken, neh­men Bestat­tungs­auf­trä­ge ent­ge­gen und bear­bei­ten sie,
  • pla­nen Arbeits­ab­läu­fe, kon­trol­lie­ren und beur­tei­len Arbeits­er­geb­nis­se, bear­bei­ten Ver­wal­tungs­vor­gän­ge, wir­ken bei der Kos­ten­er­mitt­lung mit und wen­den qua­li­täts­si­chern­de Maß­nah­men sowie Maß­nah­men des Gesund­heits­schut­zes an,
  • fer­ti­gen und wen­den tech­ni­sche Unter­la­gen an,
  • hand­ha­ben und war­ten Werk­zeu­ge, Gerä­te, Maschi­nen und tech­ni­sche Ein­rich­tun­gen, be- und ver­ar­bei­ten Werk- und Hilfsstoffe,
  • beach­ten Ver­fü­gun­gen zur Bestat­tung und sind in der Lage, Ange­hö­ri­ge unter Berück­sich­ti­gung der jewei­li­gen Trau­er­si­tua­ti­on zu betreu­en, zu bera­ten sowie trau­er­psy­cho­lo­gi­sche Maß­nah­men anzu­wen­den und über Mög­lich­kei­ten der orga­ni­sa­to­ri­schen und psy­cho­lo­gi­schen Betreu­ung zu informieren,
  • füh­ren fried­hofs­tech­ni­sche Arbei­ten durch,
  • ver­sor­gen Ver­stor­be­ne nach hygie­ni­schen und tha­na­to­prak­ti­schen Grund­sät­zen, sor­gen für Ver­stor­be­ne, indem sie sie über­füh­ren, auf­be­wah­ren und aufbahren,
  • wir­ken bei der Durch­füh­rung der Bestat­tung mit,
  • infor­mie­ren über Mög­lich­kei­ten der Bestat­tungs­vor­sor­ge, unter­brei­ten hier­über Ange­bo­te und erläu­tern Finanzierungsmöglichkeiten.
Teil­wei­se sind die Inhal­te (Tex­te und Bil­der) der Inter­net­sei­te des Bun­des­ver­ban­des Deut­scher Bestat­ter entnommen.

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