Carl Rohrbach war ein Pädagoge und Amateurastronom.

Geheimrat Prof. Dr. Carl Rohrbach war Pädagoge und ein bedeutender Amateurastronom. Er wurde als Sohn einer Gothaer Lehrerfamilie geboren. Nach dem Besuch des Gymnasium Ernestinum studierte der junge Rohrbach von 1881 bis 1884 Mathematik, Naturwissenschaften und Geografie an der Universität Leipzig. Nach Abschluss des Studiums kehrte er in seine Heimat zurück, wurde Oberstufenlehrer am städtischen Realgymnasium und ab 1899 Direktor der Realschule, die er ab 1916 zur Oberrealschule ausbauen konnte. Prof. Rohrbach war ein hervorragender Pädagoge, der viele Neuerungen zu einer freieren Gestaltung des Schullebens einführte. Unter seiner Mitwirkung erfolgte 1911 der Bau der Arnoldischule an der Eisenacher Straße, das der Stadtbaurat Goette nach den Wünschen Rohrbachs modern und zweckmäßig gestaltete. Die Astronomie wurde zu seinem besonderen Steckenpferd. 1894 gab er eine Sammlung von 12 Sternkarten heraus. Das waren methodisch gestaltete Arbeitsblätter zum Kennenlernen der Sternbilder. 1896 folgte ein Himmelsglobus mit einer Anleitung zur Benutzung durch Laien. Im Jahre 1905 schuf er die Sternkarten im Stielerschen Handatlas. In den Jahren 1897-1906 verwaltete Prof. Rohrbach nebenberuflich die staatliche Sternwarte in der Jägerstraße. 1904/05 ließ er sich auf seinem eigenen Grundstück am Galbergweg 6 eine private Sternwarte bauen. Der 30 m hohe, kuppelbedeckte Bau war der erste größere Eisenbetonbau Thüringens. Er ist zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Die drehbare Kuppel auf dem Turm, die eine aufschiebbare Metalljalousie zum Verschluss des Beobachtungsspalts besaß, war die Erfindung des technisch begabten Professors, die er der Carl-Zeiss-Stiftung unentgeltlich überließ, sodass sie dort bald in Serie für den Weltbedarf hergestellt werden konnte. Die städtische Oberrealschule, das Arnoldihaus, die Förderung der astronomischen, mathematischen und geografischen Wissenschaft, das gemeinnützige Wirken, dies sind dinge, die uns Prof. Rohrbach als einen wertvollen Bürger unserer Stadt verstehen lassen. An den verdienstvollen Pädagogen erinnert eine Straße im Westviertel der Stadt Gotha.

Rechts hinter Querweg (Richtg. Krone), Teil II

Ort der Grabstätte: 1861-1932 Fam. Platz Nr. 325 a

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