Perspektive Grabpflege (Foto: Lutz Ebhardt) Gothas his­to­ri­sche Friedhöfe
Bestattungsinstitut Gotha GmbH | Lan­gen­sal­za­er Stra­ße 89 | 99867 Gotha
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Friedhof II Fried­hof I
Zwi­schen Bohn­stedt­stra­ße und Eisen­acher Stra­ße die Arnol­di­schu­le und das Stadt­bad stehen. 
Zuvor war das dort befind­li­che Kreuz­klos­ter durch die Ereig­nis­se der Refor­ma­ti­on abge­ris­sen wor­den.
1542–1874
Der Fried­hof II wur­de im Jah­re 1757 wäh­rend des sie­ben­jäh­ri­gen Krie­ges zwi­schen Eisen­acher Stra­ße und Karl-Schwarz-Stra­ße ein­ge­weiht. Er war von einer alten Bruch­stein­mau­er umge­ben. Fried­hof II
1757–1883
Friedhof III Fried­hof III 
Der Fried­hof III wur­de im Jah­re 1843 auf dem ehe­ma­li­gen Grund­stück des Gärt­ners Grä­fen­han ange­legt und bil­de­te die nörd­li­che Ver­län­ge­rung des Fried­ho­fes II hin­ter der Karl-Schwarz-Stra­ße. 1843–1892
Jüdi­scher Fried­hof Der Fried­hof liegt stadt­aus­wärts an der Eisen­acher Straße/Abzweigung „In der Klin­ge“ als Teil des (nicht mehr bestehen­den) städ­ti­schen Westfriedhofes. 

His­to­ri­sche Friedhöfe

Die Bestattungsinstitut Gotha GmbH infor­miert!

Eng ver­bun­den mit der Geschich­te einer Stadt ist auch die Geschich­te ihrer Fried­hö­fe, denn Grä­ber sind Zei­chen geleb­ten Lebens. Nir­gend­wo sonst tre­ten uns auf engs­tem Raum Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart so inten­siv ent­ge­gen, wird Geschich­te so inten­siv und facet­ten­reich und leben­dig vor uns auf­ge­blät­tert wie auf einem alten Fried­hof. Alte Bäu­me, dich­te Hecken und beschau­li­che Bän­ke laden zum Ver­wei­len, zur inne­ren Ein­kehr und zum phi­lo­so­phie­ren ein. Fried­hö­fe sind Orte des Geden­kens, der Pie­tät und der Geschichte.Der Gotha­er Haupt­fried­hof befin­det sich im Nor­den Gothas am Ende der Lan­gen­sal­za­er Stra­ße. Er ist der letz­te noch in Benut­zung befind­li­che von ehe­mals fünf Gotha­er Fried­hö­fen. Er wur­de des­halb auch als Fried­hof V bezeich­net. Lei­der exis­tie­ren die älte­ren Fried­hö­fe I‑IV nicht mehr. Sie waren in der Zeit vom 16. Jahr­hun­dert bis 1855, am west­li­chen Stadt­rand staf­fel­för­mig zum Gal­berg hin­auf­füh­rend, ange­legt wor­den und ent­hiel­ten eine Fül­le einst präch­ti­ger und kul­tur­his­to­risch wert­vol­ler Grab­ma­le. Unver­ständ­nis und mate­ria­lis­ti­sche Ein­stel­lung gepräg­te Ideo­lo­gie führ­ten zu ihrer unwie­der­bring­li­chen Ver­nich­tung. Im fol­gen­den soll ein kur­zer Über­blick über die­se alten Fried­hö­fe gege­ben werden.

Fried­hof I (1542–1874)

Bis in die Mit­te des 16. JH. lagen die Begräb­nis­plät­ze inner­halb der Stadt bei den Kir­chen, es waren Kirch­hö­fe. Fried­rich Myco­ni­us, der bedeu­ten­de Gotha­er Refor­ma­tor, betrieb ihre Schlie­ßung und Ver­le­gung nach außen. Der Fried­hof I wur­de des­halb 1542 als Ersatz für die klei­nen Begräb­nis­plät­ze um St. Augus­tin und St. Mar­ga­re­then als gemein­sa­mer städ­ti­scher Got­tes­acker außer­halb der Stadt­mau­ern vor dem Brüh­ler Tor ange­legt. Er befand sich an der Stel­le, wo heu­te zwi­schen Bohn­stedt­stra­ße und Eisen­acher Stra­ße die Arnol­di­schu­le und das Stadt­bad ste­hen. Zuvor war das dort befind­li­che Kreuz­klos­ter durch die Ereig­nis­se der Refor­ma­ti­on abge­ris­sen worden.


Auf die­sem Fried­hof befan­den sich die Grä­ber solch bedeu­ten­der Per­sön­lich­kei­ten, wie:

Fried­rich Myco­ni­us (1490–1546):
bedeu­ten­der Refor­ma­tor, Mit­strei­ter Mar­tin Luthers und Phil­ipp Melan­chthons, Gothas ers­ter evan­ge­li­scher Pfarrer;

Andre­as Rudolph (1601–1679):
Fes­tungs­bau­meis­ter und Erbau­er von Schloss Friedenstein;

Syl­vi­us von Fran­ken­berg (1728–1815):
Ori­gi­nel­ler und ein­fluss­rei­cher got­hai­scher Staatsminister;

Johann Georg Jus­tus Per­t­hes (1749–1816):
Grün­der der einst welt­be­rühm­ten “Geo­­gra­­phisch-Kar­­to­­gra­­phi­­schen Ver­lags­an­stalt” in Gotha;

Fried­rich Wil­helm Got­ter (1746–1817):
Dich­ter und Theaterschriftsteller;

Johann Georg August Galet­ti (1750–1828):
Pro­fes­sor am Gotha­er Gym­na­si­um und Ver­fas­ser zahl­rei­cher Geschichts­wer­ke, das Mus­ter eines zer­streu­ten Professors;

Hein­rich August Otto­kar Rei­chard (1751–1828):
her­zog­li­cher Biblio­the­kar und Theaterschriftsteller;

Adolf Stie­ler (1775–1836):
Begrün­der der wis­sen­schaft­li­chen Atlas­geo­gra­phie und Mit­ar­bei­ter Ernst Wil­helm Arnol­dis bei der Grün­dung der Gotha­er Lebensversicherungsbank;

Karl Ernst Adolf von Hoff (1771–1837):
For­schungs­rei­sen­der und Begrün­der der Geo­lo­gie als moder­ne Wis­sen­schaft von der Erdgeschichte;

Fried­rich Jacobs (1764–1847):
Klas­si­scher Phi­lo­lo­ge und Pro­fes­sor am Gotha­er Gym­na­si­um, Ehren­bür­ger der Stadt Gotha sowie

Karl Gott­lieb Brett­schnei­der (1764–1847):
Gene­ral­su­per­in­ten­dent und Her­aus­ge­ber der Wer­ke Melanchthons.


Im Jah­re 1874 wur­de der alte Got­tes­acker, wie der Fried­hof I auch genannt wur­de, geschlos­sen. Er war einer der kul­tur­his­to­risch wert­volls­ten Fried­hö­fe und male­rischs­ten Win­kel Alt-Gothas.

Fried­hof II (1757–1883)

Der Fried­hof II wur­de im Jah­re 1757 wäh­rend des sie­ben­jäh­ri­gen Krie­ges zwi­schen Eisen­acher Stra­ße und Karl-Schwarz-Stra­­ße ein­ge­weiht. Er war von einer alten Bruch­stein­mau­er umge­ben. Von den einst 109 Grab­stät­ten befan­den sich 80 direkt an der Fried­hofs­mau­er. Auf ihm ruh­ten eben­falls nam­haf­te Gotha­er Bür­ger, die eng mit der Geschich­te unse­rer Stadt und des Lan­des ver­bun­den waren.

Es waren dies

Con­rad Diet­rich Ekhof (1720–1778):
Der „Vater“ der deut­schen Schauspielkunst;

Rudolph Zacha­ri­as Becker (1752–1822):
Patri­ot, Schrift­stel­ler und Verleger;

Georg Engel­hard (1778–1830):
Besit­zer der ältes­ten Dru­cke­rei Gothas, der „Engel­hard-Rey­­her­­schen Hofbuchdruckerei“;

Ernst Fried­rich von Schlot­heim (1764–1832):
Got­hai­scher Staats­be­am­ter, Begrün­der der wis­sen­schaft­li­chen Paläobotanik;

Ernst Wil­helm Arnol­di (1778–1841):
Begrün­der der ers­ten Feu­er­ver­si­che­rungs­bank sowie der ers­ten Lebens­ver­si­che­rungs­bank Deutschlands;

Fried­rich Per­t­hes (1772–1843):
Grün­der der gleich­na­mi­gen Ver­lags­an­stalt und Mit­be­grün­der des Bör­sen­ver­eins deut­scher Buch­händ­ler sowie

Valen­tin Chr. Friedr. Rost (1790–1862):
Gehei­mer Ober­schul­rat, Phi­lo­lo­ge und Direk­tor der Gotha­er Lebensversicherungsbank.

Fried­hof III (1843–1892)

Der Fried­hof III wur­de im Jah­re 1843 auf dem ehe­ma­li­gen Grund­stück des Gärt­ners Grä­fen­han ange­legt und bil­de­te die nörd­li­che Ver­län­ge­rung des Fried­ho­fes II hin­ter der Karl-Schwarz-Stra­­ße. Im Volks­mund wur­de er des­halb auch als „Grä­fen­hans Got­tes­acker“ bezeich­net. Nur knapp 50 Jah­re bot er für ca. 260 Grab­stät­ten Platz.

Auch hier befan­den sich Grab­denk­ma­le berühm­ter Gotha­er Per­sön­lich­kei­ten, wie

Johann Lud­wig Böh­ner (1787–1860):
Hoch­be­gab­ter Kom­po­nist, der auch als der „Thü­rin­ger Mozart“ bezeich­net wurde;

Gus­tav Hopf (1808–1872):
Finanz­rat und Direk­tor der Gotha­er Lebensversicherungsbank;

Juli­us Hopf (1839–1886):
Reichs­tags­ab­ge­ord­ne­ter und Gene­ral­di­rek­tor der Gotha­er Feu­er­ver­si­che­rungs­bank sowie

The­re­se Gay­er (1819–1896):
Grün­de­rin des gleich­na­mi­gen Frauenstiftes.


Obwohl die­ser Fried­hof noch bis in die sech­zi­ger Jah­re unse­res Jahr­hun­derts ein abge­schie­de­nes Dasein führ­te, blieb er vor der Zer­stö­rung nicht ver­schont. Anfangs wur­de die­ses Are­al als Sport­platz genutzt, 1985/1986 wur­de dar­auf eine Schwimm­hal­le errich­tet. Nur ein ein­zi­ger Grab­stein, der von Georg Fried­rich Blöd­ner (1803–1880) und sei­ner Gat­tin Susan­ne, geb. Brand (1806–1866), ist noch erhal­ten geblie­ben. Die­ser steht rechts neben der Schwimmhalle.

Fried­hof IV (1855–1892)

Nur zwölf Jah­re spä­ter, im Jah­re 1855, wur­de der Fried­hof IV am Gal­berg links der Son­ne­bor­ner Stra­ße ange­legt, wo heu­te Ein­fa­mi­li­en­häu­ser ste­hen. Die schö­ne Lage am Ber­geshang ver­lieh ihm einen beson­de­ren Reiz. Er war grö­ßer als die zuvor genann­ten. Im Wesent­li­chen wur­de aber die Tra­di­ti­on der Fried­hö­fe II und III wei­ter­ge­führt. Neben guß- und schmie­de­ei­ser­nen Aus­füh­run­gen waren die meis­ten Grab­ma­le aus See­ber­ger Sandstein.

Auf die­sem Fried­hof ruhten

Peter Andre­as Han­sen (1795–1874):
Gothas bedeu­tends­ter Astro­nom und Direk­tor der Stern­war­te auf dem Seeberg;

August Peter­mann (1822–1878):
berühm­ter Geo­graf und Kartograf;

Carl Fried­rich August Schä­fer (1796–1880):
Post­meis­ter, Grün­der des Schäferstiftes;

Gus­tav von Hen­ning (1798–1880):
Regie­­rungs- und Ober­con­sis­to­ri­al­rateh, Ehren­bür­ger der Stadt Gotha;

Gus­tav Eber­hardt (1805–1880):
Gehei­mer Regie­­rungs- und Bau­rat, Erbau­er des ehe­ma­li­gen Gotha­er Thea­ters, des Mar­stalls, der katho­li­schen Kir­che sowie des Schlos­ses Reinhardsbrunn;

Carl Stoll­berg (1819–1880):
Grün­der des „Got­hai­schen Tageblattes“;

Karl Friedr. Luci­an Sam­wer (1819–1882):
Gehei­mer Rat im her­zog­li­chen Minis­te­ri­um und Ver­tre­ter des Minis­ters v. Seebach;

Lud­wig Bohn­stedt (1822–1885):
Berühm­ter Gotha­er Architekt;

Gott­hilf Albert Ster­zing (1822–1889):
Land­ge­richts­di­rek­tor, Vor­sit­zen­der des Deut­schen Schützenbundes;

Her­mann Berg­haus (1828–1890):
bedeu­ten­der Karthograph;

Camil­lo Richard Frhr. Von See­bach (1808–1894):
got­hai­scher Staats­mi­nis­ter, Ehren­bür­ger der Stadt Gotha;

Wil­helm Pertsch (1832–1899):
Sprach­ge­lehr­ter, Direk­tor der Frie­den­stei­ni­schen Samm­lun­gen sowie

Gott­lob Schnei­der (1835–1912):
Direk­tor der Gotha­er Lebens­ver­si­che­rungs­bank, Ver­fas­ser des Gotha­er Gedenkbuches.


Eini­ge künst­le­risch und his­to­risch wert­vol­le Grab­ma­le der alten nicht mehr exis­tie­ren­den Fried­hö­fe I‑IV wur­den der Nach­welt erhal­ten. Sie prä­sen­tie­ren sich heu­te auf der Aus­stel­lungs­flä­che expo­nier­ter Grab­ma­le des Gotha­er Haupt­fried­ho­fes sowie auf der Rück­sei­te und den Sei­ten der War­te­hal­le, die gegen­über dem Kre­ma­to­ri­um liegt. Eini­ge ande­re befin­den sich in der Augus­ti­ner­kir­che. So fin­den Sie dort die Grab­ma­le des Refor­ma­tors Fried­rich Myco­ni­us und des Pro­fes­sors Johann Georg August Galletti.

Jüdi­scher Friedhof

Der Fried­hof liegt stadt­aus­wärts an der Eisen­acher Straße/Abzweigung „In der Klin­ge“ als Teil des (nicht mehr bestehen­den) städ­ti­schen Westfriedhofes.

Im 18. Jahr­hun­dert konn­ten die seit 1768 in Gotha zuge­zo­ge­nen jüdi­schen Kauf­manns­fa­mi­li­en einen Begräb­nis­platz vor dem Sieb­le­ber Tor anle­gen (alter Fried­hof). 1829 konn­te mit Erlaub­nis der Regie­rung des Her­zog­tums Gotha ein neu­er Begräb­nis­platz „neben dem Siech­ho­fe am Wege nach Kind­le­ben“ – an der heu­ti­gen Erfur­ter Land­stra­ße – ange­legt wer­den. Die­se Begräb­nis­plät­ze lagen dicht bei­ein­an­der, wobei es mög­lich ist, dass es sich 1829 nur um eine Erwei­te­rung des Fried­ho­fes von 1768 han­delt. Der Fried­hof wur­de bis zur Anle­gung des neu­en Fried­ho­fes belegt. Von die­sem Fried­hof ist heu­te nichts mehr vorhanden.

Um 1870 (oder kurz zuvor) erwarb die jüdi­sche Gemein­de ein Grund­stück zur Anle­gung eines neu­en Fried­ho­fes an der Eisen­acher Stra­ße, wo nun die Bei­set­zun­gen der Ver­stor­be­nen durch­ge­führt wur­den. Bis 1942 wur­den etwa 172 Grab­stät­ten in zwei Grab­fel­dern ange­legt. Der ältes­te Grab­stein ist von 1878. Der letz­te Grab­stein ist von 1940, doch wur­den danach bis 1942 noch sie­ben wei­te­re Bestat­tun­gen vor­ge­nom­men. 1982 wur­de die bis dahin ste­hen­de Fried­hofs­hal­le abge­bro­chen. An ihrem Stand­ort befin­det sich seit 1988 ein Gedenkstein.

wei­te­re Fried­hö­fe waren der

  • Fried­hof St. Augus­tin, wel­cher sich neben der Augus­ti­ner­kir­che befand und 1542 geschlos­sen wurde.
  • Fried­hof St. Mar­ga­re­then. Er befand sich neben der Magar­t­hen­kir­che und wur­de eben­falls 1542 geschlossen.
  • Fried­hof Kin­de­le­ben, unmit­tel­bar neben der Dorf­kir­che. Die Schlie­ßung erfolg­te um 1583.
  • Fried­hof St. Hele­na, im Orts­teil Sieb­le­ben, neben der Kir­che St. Helena.

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