Weih­nachts­fest ohne einen gelieb­ten Verstorbenen

Vom Trost und der Tra­gik im Weih­nachts­fest für Trauernde

Tod und Ster­ben – ein The­ma, von dem man in der Woche vor dem Weih­nachts­fest, das dem Ursprung nach als gött­li­ches Geburts­tags­fest gefei­ert wird, bes­ser nichts hören möch­te. Den­noch ist gera­de die Tat­sa­che der bevor­ste­hen­den Fei­er­ta­ge für vie­le Men­schen in einer per­sön­li­chen Trau­er­si­tua­ti­on schwer, belas­tend und mit vie­len Trä­nen ver­bun­den. Auch in die­sem Jahr haben wie­der Men­schen von rund 880.000 in Deutsch­land ver­stor­be­nen Ange­hö­ri­gen Abschied neh­men müssen.

Jetzt steht das ers­te Weih­nachts­fest ohne den Part­ner, die Groß­el­tern, Eltern oder gar ohne ein ver­stor­be­nes Kin­des an. Psy­cho­lo­gen wis­sen um den emo­tio­na­len und psy­chi­schen Stress, den Trau­ern­de in den letz­ten Tagen des Jah­res durch­le­ben müssen.

In einem zer­ti­fi­zier­ten Mar­ken­zei­chen­be­trieb , also inner­halb der Bestattungsinstitut Gotha GmbH, weiß man dar­um, dass das ers­te Weih­nach­ten ohne einen gelieb­ten Men­schen zu fei­ern beson­ders berüh­rend und ein­präg­sam ist: „Es ist wich­tig, sich der eige­nen Trau­er und den Trä­nen zu stel­len, die­se nicht weg­zu­drü­cken und zu mei­nen, an Weih­nach­ten eine schein­ba­re Idyl­le auf­bau­en zu müs­sen. Wer die Kern­bot­schaft des Weih­nachts­fes­tes ver­stan­den hat, weiß näm­lich, dass die Geburt des Neu­en, also einer lie­be­vol­len Erin­ne­rung an einen Ver­stor­be­nen, immer auch mit dem Pro­zess eines trä­nen­rei­chen Abschieds ver­bun­den ist.“

Das tra­di­ti­ons­rei­che Bestattungsinstitut rät daher dazu, Ange­hö­ri­ge und Eltern zwar herz­lich zur Fei­er des Hei­li­gen Abends nach Hau­se ein­zu­la­den, wenn aber der Wit­wer oder die Wit­we lie­ber allei­ne die­se Stun­den ver­brin­gen möch­te, die­se nicht zu drän­gen oder zu einer Fei­er im gro­ßen Kreis der Fami­lie zu nöti­gen. Trau­er um Ange­hö­ri­ge kann ganz ver­schie­de­ne For­men anneh­men, sowohl Aus­tausch und Gespräch im Kreis der Fami­lie wie auch Stun­den der per­sön­li­chen Besin­nung und des In-sich-Gehens mit einer Ker­ze und einem Bild des Toten sind heilsam.

Eine aktu­el­le Umfra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts Dimap, die im Auf­trag des Kura­to­ri­ums Deut­sche Bestat­tungs­kul­tur und des Bun­des­ver­ban­des Deut­scher Bestat­ter im Okto­ber 2016 durch­ge­führt wur­de, bringt inter­es­san­te Zah­len zu Tage, wie die Deut­schen über Tod, Trau­er und die Fra­ge nach dem „Danach“ denken.

Zwar waren 94 % aller Deut­schen bereits ein­mal auf einer Beer­di­gung und haben 76 % aller Befrag­ten bereits ein­mal einen Ver­stor­be­nen gese­hen, den­noch geste­hen die Bun­des­bür­ger ein, dass sie auch im engs­ten Kreis der Fami­lie oft nur sel­ten über den Tod und das Ster­ben gespro­chen haben. So mei­nen 35 % der Befrag­ten, dafür hät­te es bis­her ja kei­nen Anlass gege­ben. Der Anblick von Kran­ken und einem Kran­ken­haus weckt in vie­len Men­schen die Erin­ne­rung an die eige­ne Sterb­lich­keit, was 44 % der Befrag­ten bestätigen.

Das reli­giö­se Spek­trum der Anschau­un­gen über ein mög­li­ches Leben nach dem Tod hat sich in den letz­ten Jah­ren wei­ter aus­dif­fe­ren­ziert. 30 % aller Deut­schen mei­nen, dass nach dem Tod nichts fol­ge, 36 % glau­ben an ein Wei­ter­le­ben der See­le und die Auf­er­ste­hung, 5 % an eine Wie­der­ge­burt, 4 % an die Ver­wand­lung der Mate­rie in Ener­gie, vie­le sind unent­schlos­sen und unsicher.

Ronald Häring, Geschäfts­füh­rer der Bestattungsinstitut Gotha GmbH, weiß aus per­sön­li­cher wie beruf­li­cher Erfah­rung, wie wich­tig es ist, über das The­ma Tod und Ster­ben zu spre­chen. Bemer­kens­wert fin­det er an den aktu­el­len Umfra­ge­er­geb­nis­sen, dass inzwi­schen mehr Men­schen über den Tod mit dem Bestat­ter als mit einem Pfar­rer reden wür­den und ergänzt: „Wich­tig ist es beim The­ma Tod, nicht in eine Schwei­ge­spi­ra­le zu kom­men, son­dern im Kreis der Fami­lie, mit dem Part­ner und viel­leicht auch mit einem Bestat­ter als kom­pe­ten­tem Ansprech­part­nern im Gespräch zu bleiben.“

Auch ein Besuch auf dem Fried­hof kann in den weih­nacht­li­chen Tagen ein wert­vol­ler Impuls sein, der Erin­ne­run­gen an frü­he­re gefei­er­te Weih­nach­ten weckt und in Dank­bar­keit auch auf das Lebens­werk der eige­nen Ver­stor­be­nen bli­cken lässt. Und selbst wenn man sich mit einem Ver­stor­be­nen zu Leb­zei­ten sehr schwer­ge­tan hat und es auch schmerz­li­che Erfah­run­gen gab, ist doch ein kon­kre­ter Ort der Trau­er, des Nach­den­kens und des Inne­hal­tens wichtig.

Vie­le Men­schen emp­fin­den Trau­er als eine Erfah­rung dunk­ler Nacht, die gera­de in die­sen kur­zen Tagen mit wenig Son­nen­licht für jeden spür­bar wird. Da hilft viel­leicht auch die Ein­sicht, dass der Stern der Weih­nacht gera­de in dunk­ler Nacht erstrahlt und hof­fent­lich vie­len Trau­ern­den in Deutsch­land auch in die­sem Jahr Trost und Halt geben wird.

www.bestatter.de

Die Inhal­te sind über­ar­bei­tet aus einer Ver­öf­fent­li­chung des Kura­to­ri­um Deut­sche Bestat­tungs­kul­tur e.V. und des Bun­des­ver­ban­des Deut­scher Bestat­ter e.V.

Weihnachtsfest ohne einen geliebten Verstorbenen

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