Poké­mon Go – auf Friedhöfen?

Poké­mon Go – auf Fried­hö­fen? Aus aktu­el­lem Anlass möch­te sich heu­te die Bestattungsinstitut Gotha GmbH zu einem Phä­no­men posi­tio­nie­ren, wel­ches der­zeit so man­chen All­tag beein­flusst. Ob am „Cen­tral Park“ in New York, am Eifel­turm in Paris, am Mari­en­platz in Mün­chen oder auf dem Gelän­de loka­ler Fried­hö­fe. Die­ses Spiel – Poké­mon Go – kennt offen­kun­dig kei­ne Gren­zen, noch nicht ein­mal die der Friedhofsmauer.

Aktu­ell sind augen­schein­lich über­all und jeder­zeit Men­schen, und zwar aller Alters­grup­pen, auf der vir­tu­el­len „Jagd“ nach den bun­ten, schril­len Fan­ta­sie­krea­tu­ren. Zwar geschieht die Jagd nur auf dem Han­dy­dis­play und man kann das Spiel theo­re­tisch auch laut­los spie­len, jedoch obliegt dies dem jewei­li­gen Spie­ler, ob er die­se laut­lo­se Vari­an­te wählt oder nicht.

Es stellt sich die Fra­ge, ob also eine sol­che „Jagd“ auf dem Gelän­de eines Fried­hofs, an einem Ort des Geden­kens und der Trau­er, passt? Die Bestattungsinstitut Gotha GmbH sagt ein­deu­tig NEIN. Fried­hö­fe die­nen der Erin­ne­rung an Ver­stor­be­ne, die­nen der Wah­rung der Bestat­tungs­kul­tur. Des­halb muss der Respekt vor eben die­sen Ver­stor­be­nen und vor den Fried­hofs­be­su­chern immer an ers­ter Stel­le stehen.

Man stel­le sich nur bild­lich fol­gen­de Situa­ti­on vor: Ganz plötz­lich und uner­war­tet ver­sam­meln sich Grup­pen von unbe­kann­ten Men­schen unmit­tel­bar neben einem Trau­er­zug, einer gera­de statt­fin­den­den Bei­set­zung am offe­nen Grab oder einer Grab­stel­le, an der gera­de Freun­de und Ange­hö­ri­ge um einen kürz­lich ver­stor­be­nen Ange­hö­ri­gen trauern.

Just zum sel­ben Augen­blick wird eine vir­tu­el­le Krea­tur, die beson­ders vie­le Punk­te und Spaß ein­bringt, bei der par­al­lel­lau­fen­den Game­ver­an­stal­tung an der Grab­stät­te gesichtet.

 So ent­steht schnell eine pie­tät­lo­se und völ­lig unpas­sen­de Situa­ti­on, über die man nur nega­tiv urtei­len kann.

Eine ver­gleich­ba­re Situa­ti­on ist mitt­ler­wei­le auf dem Mela­ten­fried­hof in Köln Rea­li­tät gewor­den, denn hier wur­den vir­tu­el­le Kampf­are­nen auf Grä­bern posi­tio­niert. So befin­det sich u.a. auf dem Grab von Dirk Bach ein soge­nann­ter Poké-Stop. Dort tre­ten täg­lich mas­sen­haft Spie­ler in einer Kampf­are­na gegen­ein­an­der an. Im Übri­gen sind die Fried­hö­fe nicht die ein­zi­gen Orte, an dem die Mons­ter nichts zu suchen haben. Auch vor und in Gedenk­stät­ten für die Opfer der NS-Zeit machen die Poké­mon nicht halt.

Fazit:
Das Spiel „Poké­mon Go“ mag ein schö­ner Zeit­ver­treib sein, der aber an einem sen­si­blen Ort, wie dem Fried­hof, nichts zu suchen hat (BDB + rh).

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