Johann Georg Jus­tus Perthes

11. Sep­tem­ber 1749 bis 1. Mai 1816
Exponierte Grabmale, Teil I
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Jus­tus Per­t­hes, der Grün­der der gleich­na­mi­gen „Geo­gra­phi­schen Anstalt“ in Gotha, wur­de 1749 in Rudol­stadt als Sohn des fürst­li­chen Leib­arz­tes gebo­ren. Han­dels­be­zie­hun­gen hat­ten ihn nach Gotha geführt.

Hier ging er 1778 mit C.W. Ett­lin­ger und J.F. Dürrfeldt eine „Hand­lungs-Socie­tät“ ein, um die Wei­ter­füh­rung der Ettin­ger­schen Buch­hand­lung (heu­te „Glä­ser­sche Buch­hand­lung“) zu sichern. Nach­dem Jus­tus Per­t­hes 1784 die Toch­ter sei­nes Kom­pa­gnons Sabi­ne Ernes­ti­ne Dürrfeldt gehei­ra­tet hat­te, schied er ein Jahr spä­ter aus die­ser Sozie­tät aus, um einen eige­nen Ver­lag zu grün­den. In den ers­ten Jah­ren ver­leg­te Per­t­hes vor allem den „Alma­nach de Gotha“ und den „Got­hai­schen Hof­ka­len­der“ zwar unter Ettin­gers Namen, aber auf eige­ne Rech­nung. Spä­ter kamen auch Schrif­ten zu bio­gra­fi­schen, natur­wis­sen­schaft­li­chen, medi­zi­ni­schen, päd­ago­gi­schen und phi­lo­so­phisch-theo­lo­gi­sche The­men dazu. Vor allem zwei Ver­öf­fent­li­chun­gen waren für die Wei­ter­ent­wick­lung des Ver­la­ges von gro­ßer Bedeu­tung: – der 1801 erschie­ne­ne Bericht des Anto­nio Piga­fetta über die ers­te Welt­um­se­ge­lung des Mage­lan sowie – Carl von Hoffs zwei­bän­di­ge Geo­gra­phie Deutsch­lands „Das Teut­sche Reich vor der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on und nach dem Frie­den von Lune­vil­le“. Die­se bei­den Wer­ke ent­hiel­ten die ers­ten bei Per­t­hes gedruck­ten Kar­ten. 1809 erschien der ers­te Atlas von einem Pro­fes­sor Heu­sin­ger, der jedoch ein Miss­erfolg wur­de. Seit dem Jah­re 1814 ent­wi­ckel­te sich eine lang­fris­ti­ge Zusam­men­ar­beit zwi­schen dem Ver­lag und dem Lega­ti­ons­rat Adolf Stie­ler. Mit der Ent­wick­lung eines Atlas­ses, der als „Stie­lers Han­d­at­las“ welt­be­kannt wur­de, begrün­de­te Adolf Stie­ler die wis­sen­schaft­li­che Atlas­geo­gra­fie. Das Erschei­nen der ers­ten Auf­la­ge 1817 erleb­te Jus­tus Per­t­hes jedoch nicht mehr. Er starb am 1.Mai 1816 in sei­nem Wohn­haus in der Hut­ten­stra­ße 10, das er sich erst zwei Jah­re zuvor gekauft hat­te. Sein Sohn Wil­helm Per­t­hes, der die Fort­füh­rung des väter­li­chen Geschäf­tes mit der wei­te­ren Spe­zia­li­sie­rung auf erd­kund­li­chem Gebiet ver­band, leg­te damit den Grund­stein zur spä­te­ren Welt­gel­tung der Anstalt für die geo­gra­fi­sche Wis­sen­schaft. An den ver­dienst­vol­len Ver­le­ger erin­nert eine Stra­ße im Zen­trum Gothas, in wel­cher sich auch die von ihm gegrün­de­te Ver­lags­an­stalt befindet.

Johann Georg Justus Perthes
Exponierte Grabmale, Teil I

Ort der Grabstätte: 1749–1816 Grün­flä­che hin­ter Urnengemeinschaftsanlage

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