Fried­rich Myco­ni­us war ein luthe­ri­scher Theo­lo­ge und Reformator.

Fried­rich Myco­ni­us, der bedeu­ten­de Thü­rin­ger Refor­ma­tor und Gothas ers­ter evan­ge­li­scher Pfar­rer, wur­de 1490 in Lich­ten­fels am Main gebo­ren. Nach dem Besuch der Latein­schu­le in Anna­berg, ging er mit 19 Jah­ren ins Klos­ter, um Fran­zis­ka­ner­mönch zu wer­den. 1516 erhielt er in Wei­mar sei­ne Pries­ter­wei­he. Schon bald wur­de der jun­ge Mönch mit den Gedan­ken Mar­tin Luthers bekannt. Als Geg­ner des Ablass­han­dels und Anhän­ger der Leh­re Luthers war er von den Fran­zis­ka­nern mehr­mals bestraft wor­den. Im Jah­re 1524 gelingt Myco­ni­us die Flucht aus dem Klos­ter. Auf Luthers Emp­feh­lung wird Myco­ni­us als Pre­di­ger nach Gotha beru­fen. Hier war es im sel­ben Jahr zum soge­nann­ten „Pfaf­fen­sturm“ gekom­men. Die von Luther immer wie­der gefor­der­te Refor­ma­ti­on war auch in Gotha nicht mehr auf­zu­hal­ten. Myco­ni­us schil­dert die damals in Gotha vor­herr­schen­den welt­li­chen und kirch­li­chen Ver­hält­nis­se in sei­ner „Geschich­te der Refor­ma­ti­on“, in wel­cher er mit scho­nungs­lo­ser Offen­heit die Ver­hält­nis­se in der Stadt, wie Kor­rup­ti­on, Vet­tern­wirt­schaft und unsitt­li­cher Lebens­wan­del beim Kle­rus, dar­stellt. Da Jahr­hun­der­te lang Schul­we­sen, Kul­tur und Bil­dung unter dem Ein­fluss der katho­li­schen Kir­che mit ihren scho­las­ti­schen Leh­rern stan­den, begann Myco­ni­us sein refor­ma­ti­sches Wir­ken zunächst mit einer neu­en Ver­fü­gung über die bei­den, sich im Ver­fall befind­li­chen Kna­ben­schu­len in Gotha. Er ord­ne­te eine Ver­ei­ni­gung der bei­den Schu­len und ihre Ver­le­gung ins Augus­ti­ner­klos­ter an. Im Sin­ne Luthers wur­de eine huma­nis­ti­sche Latein­schu­le geschaf­fen, aus wel­cher spä­ter das „Gym­na­si­um illus­tre“ und nach der Ver­ei­ni­gung mit dem Real­gym­na­si­um das „Gym­na­si­um Ernes­ti­num“ her­vor­gin­gen. Dem beharr­li­chen Ein­satz die­ses bedeu­ten­den Theo­lo­gen und Huma­nis­ten ist es zu ver­dan­ken, dass im „Gotha­er Land“ die Zie­le der Refor­ma­ti­on ver­wirk­licht wer­den konn­ten. Wie Luther mahn­te er jedoch zu Mäßi­gung und Geduld, aber vor allem zum Gehor­sam gegen­über der Obrig­keit. Nur andert­halb Mona­te nach dem Tod sei­nes gro­ßen Vor­bil­des und Freun­des Mar­tin Luther starb Fried­rich Myco­ni­us im Alter von 55 Jah­ren in Gotha. Die Stadt ehrt Fried­rich Myco­ni­us, der sich bei der För­de­rung des Gotha­er Schul­we­sens und der Neu­ord­nung der kirch­li­chen Ver­hält­nis­se blei­ben­de Ver­diens­te erwor­ben hat, indem eine Schu­le sowie der vor der Schu­le lie­gen­de Platz sei­nen Namen tragen.

Urnenplatz (Teil III)

Ort der Grabstätte: 1490–1546 Augus­ti­ner­kir­che re. Neben Altar

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