August Hein­rich Peter­mann war einer der bekann­tes­ten Geo­gra­phen und Kar­to­gra­phen des 19. Jahrhunderts.

Der her­vor­ra­gen­de Geo­graf und Kar­to­graf Prof. Dr. August Peter­mann wur­de in Blei­che­ro­de im Eichsfeld gebo­ren. In einer fünf­jäh­ri­gen Leh­re ließ er sich in der „Geo­gra­phi­schen Kunst­schu­le“ von Prof. Berg­haus in Pots­dam zum Kar­to­gra­fen aus­bil­den. Danach folg­te er 1845 einem Ruf nach Edin­burgh und Lon­don, wo er Mit­glied der „Roy­al Geo­gra­phi­cal Socie­ty“ wur­de und sich bald „Geo­gra­pher of the Queen“ nen­nen durf­te. Dort ent­fal­te­te er viel­fäl­ti­ge Akti­vi­tä­ten zur Orga­ni­sa­ti­on und Unter­stüt­zung von For­schungs­rei­sen für die Erkun­dung und Erschlie­ßung noch unbe­kann­ter Gebie­te der Erde. Es gelang Bern­hard Per­t­hes, dem Enkel von Jus­tus Per­t­hes, ihn 1854 an die Gotha­er Geo­gra­fi­sche Anstalt zu holen. Gotha wur­de so in den nächs­ten zwei Jahr­zehn­ten fast zum „Nabel“ der Welt und nahm eine bedeu­ten­de Posi­ti­on bei der Erkun­dung der Erde ein. Die zahl­rei­chen For­schungs­be­rich­te und das Kar­ten­ma­te­ri­al, das nach Gotha ström­te, ver­an­lass­ten August Peter­mann, ab März 1855 die monat­lich erschei­nen­den Hef­te „Mit­hei­lun­gen aus Jus­tus Per­t­hes´ Geo­gra­fi­scher Anstalt“ her­aus­ge­ge­ben. Sie ent­wi­ckel­ten sich bald zur ers­ten erd­kund­li­chen Zeit­schrift der Welt und haben als „Peter­manns Geo­gra­fi­sche Mit­tei­lun­gen“ sei­nen Namen bis in die Gegen­wart leben­dig gehal­ten. Durch die kri­ti­sche Aus­wer­tung und Ver­ar­bei­tung aller zugäng­li­chen Infor­ma­tio­nen schuf Peter­mann immer genaue­re Ori­gi­nal­kar­ten. Mit die­sen stat­te­te er auch die Afri­ka- und Nord­po­lar-Expe­di­tio­nen aus. Maß­geb­lich war er bei der Orga­ni­sa­ti­on und Aus­stat­tung der bei­den ers­ten deut­schen Nord­po­lar­ex­pe­di­tio­nen 1868 und 1869/70 betei­ligt. Wei­ter­hin beschäf­tig­te sich Peter­mann mit der Erfor­schung and­rer, damals eben­falls noch rela­tiv unbe­kann­ter Erd­räu­me. Sol­che waren Inner­aus­tra­li­en, eini­ge Gebie­te Ame­ri­kas, Zen­tral­asi­ens und Ost­eu­ro­pas sowie der Mee­res­geo­gra­fie. Am 25. Sep­tem­ber 1878 setz­te Dr. Peter­mann jäh sei­nem Leben selbst ein Ende. Wäh­rend sei­nes rast­lo­sen Schaf­fens hat­te er vie­le Aus­zeich­nun­gen und Wür­di­gun­gen erhal­ten. Noch heu­te tra­gen zehn geo­gra­fi­sche Objek­te sei­nen Namen z.B. die Peter­mannspit­ze (2800 m) in Ost­grön­land, der Peter­mann-Fjord in NW-Grön­land, das Kap Peter­mann auf der Insel Nowa­ja Seml­ja, und sogar ein Kra­ter auf dem Mond trägt sei­nen Namen. An den gro­ßen Geo­gra­fen erin­nert ein Denk­mal im Gotha­er Park in der Nähe des Tee­schlöss­chens, das 1909 von der deut­schen geo­gra­fi­schen Gesell­schaft gestif­tet wurde.

Exponierte Grabmale, Teil I

Ort der Grabstätte: 1822–1878 Grün­flä­che hin­ter Urnengemeinschaftsanlage

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